Abitur am Gymnasium oder an einer Gesamtschule

Jetzt das Abitur nachholen

Wie willst du dein Abitur nachholen
Wo willst du dein Abitur nachholen

Wenn du das Abitur nachholen möchtest, hast du dafür in Deutschland verschiedene Möglichkeiten. Die naheliegendste Variante wäre der Besuch einer Oberstufe (Sekundarstufe II). Diese gibt es am Gymnasium oder eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Absolvierst du die Oberstufe einschließlich der Abiturprüfungen erfolgreich, besitzt du die allgemeine Hochschulreife und kannst ein Studium beginnen. Dieser „normale“ Weg zum Abitur ist ausgelegt auf einen Vollzeit-Schulbesuch. Wenn du somit neben dem Beruf das Abitur nachholen möchtest, ist dieser Weg für gewöhnlich nicht möglich.

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Allgemeine Struktur der Oberstufe

Die Sekundarstufe II soll die Schüler auf ein Studium vorbereiten und eine Schwerpunktsetzung nach eigenen Interessen ermöglichen. Für gewöhnlich ist die Oberstufe daher in eine Einführungsphase von einem Jahr (Klasse 11) und einer Qualifikationsphase (Klasse 12 und 13) unterteilt. Die Schulfächer sind den drei Feldern Sprachen, Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften zugeordnet, die in unterschiedlichen Kombinationen aus Pflicht- und Wahlfächern belegt werden. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit der Schwerpunktsetzung nach eigenen Interessen, wobei bestimmte Verpflichtungen aus allen Feldern erfüllt werden müssen.

Voraussetzungen für die Aufnahme in die Oberstufe

Um auf die gymnasiale Oberstufe wechseln zu können, musst du einige Voraussetzungen mitbringen. So sollen nur Schüler in die Sekundarstufe II wechseln dürfen, die auch erwartungsgemäß erfolgreich diese abschließen werden. In der Praxis bedeutet das für gewöhnlich, dass du in die Oberstufe wechseln kannst, wenn du zuvor erfolgreich die Sekundarstufe I (Mittelstufe) erfolgreich absolviert hast.

Wenn du auf dem Gymnasium warst, reicht die Versetzung in die Oberstufe. Bei einem anderen mittleren Schulabschluss, beispielsweise dem Realschulabschluss, muss dieser qualifizierend sein – der Abschluss geht über den „normalen“ Leistungsstandard hinaus. Relevant ist dafür in den meisten Fällen ein Mindestnotendurchschnitt insgesamt sowie in den Hauptfächern Mathe, Deutsch und erster Fremdsprache.

Darüber hinaus kann es weitere Leistungsanforderungen an belegte Fächer oder Leistungen geben. In den meisten Bundesländern besteht zudem ein Höchstalter, bis wann einer Oberstufe an einer Vollzeit-Schule besucht werden kann. Weiterhin kann es Aufnahmeprüfungen und Probezeiten an der Oberstufe geben. Die Details hängen vom Bundesland und der Schule ab, die du besuchen möchtest. Erkundige dich daher am besten direkt bei der Schule, bei der du dein Abitur machen möchtest.

Maximale Dauer für den Besuch der Oberstufe

Weiterhin gibt es Vorschriften, wie lange du maximal eine gymnasiale Oberstufe besuchen darfst. So dauert die Sekundarstufe II mindestens zwei und höchsten vier Jahre. Bei einer normalen Schulbesuchszeit von drei Jahren darfst du somit nur ein Jahr wiederholen. Hast du nach dreieinhalb Jahren nicht die notwendigen Zulassungsvoraussetzungen für die Abiturprüfungen, musst du ohne Abitur die Schule verlassen. Erfüllst du die Zulassungsvoraussetzungen und bestehst die Abiturprüfung nicht, darfst du innerhalb eines halben oder eines Jahres die Prüfung wiederholen – auch wenn du den maximalen Zeitraum dann überschreitest. Ausnahmen sind in Härtefällen möglich.

Abschlüsse

Am Ende der Oberstufe stehen die Abiturprüfungen. Bestehst du auch diese, dann hast du das Abitur – oder besser: die allgemeine Hochschulreife. Der Abschluss ist natürlich bundesweit anerkannt und berechtigt dich zum Besuch einer Hochschule. Hast du zwei Schulhalbjahre in der Qualifikationsphase erfolgreich hinter dich gebracht (Klasse 12), dann hast du den schulischen Teil der Fachhochschulreife (außer in Bayern und Sachsen). Für den berufsbezogenen Teil der Fachhochschulreife musst du dann beispielsweise eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen.

Fachlicher Aufbau der Oberstufe

Wie zu Beginn erwähnt, sind deine Schulfächer in der Oberstufe drei Aufgabengebieten zugeordnet. Diese drei Felder sind der sprachlich-literarisch-künstlerische Bereich mit Fächern wie beispielsweise Deutsch, den Fremdsprachen, Kunst und Musik, der mathematisch-naturwissenschaftliche Bereich mit Fächern wie Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Informatik sowie der gesellschaftswissenschaftliche Bereich mit Fächern wie Geschichte, Politik, Geografie, Wirtschaft, Religion und Ethik. Außerhalb dieser Zuordnung läuft das Fach Sport.

Zu den Aufgabenfeldern und einzelnen Fächern gibt es Belegungsverpflichtungen. Du kannst in der Oberstufe in der Qualifikationsphase Schwerpunkte wählen, du musst aber diverse Fächer mindestens ein Jahr lang belegen. Durchgängig bis zum Abitur musst du beispielsweise Deutsch, eine Fremdsprache, Geschichte und Sport belegen. Bei den Naturwissenschaften musst du entweder ein Fach daraus durchgängig oder eine Kombination aus zwei Fächern zu je einem Jahr belegen.

Die Fächer Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache hast du zudem mindestens dreistündig pro Woche. In der Qualifikationsphase wählst du deine Schwerpunkte nach Fächerkombinationen. Du musst alle Aufgabenbereiche damit abgedeckt haben und wählst – je nach Bundesland – entweder zwei oder drei Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau. Das hast du dann vier oder fünf Stunden in der Woche. Deutsch, Mathe, eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft muss darunter sein. In deinen gewählten Fächern legst du dann auch deine Abiturprüfungen ab.

Besonderheiten der zweiten Fremdsprache

Der Besuch der Oberstufe bedeutet in den meisten Fällen, dass du mindestens in der Einführungsphase eine zweite Fremdsprache belegen musst. Hast du vorher bereits eine zweite Fremdsprache lang genug auf der Schule gehabt, entfällt unter Umständen diese Pflicht. Hattest du vorher keine zweite Fremdsprache, musst du mit Eintritt in die Oberstufe eine zweite Fremdsprache wählen und diese auch durch die ganze Oberstufe hindurch belegen.

Die Abiturprüfung

Deine Abiturprüfung orientiert sich an deinem gewählten Schwerpunktprofil. Je nach Bundesland wirst du in vier oder fünf Fächern geprüft. In mindestens drei Fächern musst du eine schriftliche Prüfung ablegen und in einem Fach wirst du mündlich geprüft. Dein Schwerpunktprofil und damit deine Prüfungsfächer bestehen aus mindestens zwei der folgenden Fächer: Deutsch, Mathe, eine Fremdsprache und eine Naturwissenschaft. Es gibt Schulen, die hier engere Vorgaben haben können, beispielsweise Gymnasium mit besonderer Ausrichtung oder Fachgymnasien.

Hast du die Abiturprüfungen bestanden, bekommst du dein Abitur. Die Abiturnote setzt sich dabei aus den Noten aus der Qualifikationsphase sowie den Noten aus den Abiturprüfungen zusammen. Es wird also eine Gesamtnote der Leistungen der letzten zwei Schuljahre gebildet. In der Oberstufe werden Leistungspunkte als Noten vergeben, aus denen dann wiederum eine klassische Schulnote errechnet wird. Diese steht dann auch auf dem Abiturzeugnis.

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